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Drehmoment · Anzugsmoment M8

Anzugsmoment M8: Drehmomentwerte nach Festigkeitsklasse (VDI 2230)

📖 Ausführlicher Ratgeber
Klasse 4.6
9 Nm
Klasse 5.6
11 Nm
Klasse 8.8
24,6 Nm
Klasse 10.9
36 Nm
Klasse 12.9
43 Nm
Anzugsmoment (Nm)Nm
Anzugsmoment = das Drehmoment in Newtonmeter (Nm), mit dem eine Schraube je nach Größe und Festigkeitsklasse angezogen wird.

Quelle: VDI 2230 (mu = 0,14, Regelgewinde)


Ratgeber · aktualisiert am 23. Juni 2026

Anzugsmoment M8 – abhängig von der Festigkeitsklasse

Eine M8-Schraube hat kein einheitliches Anzugsmoment. Der richtige Wert ergibt sich aus der Festigkeitsklasse des Befestigungselementes und der Reibungszahl. Nach VDI 2230 (µ=0,14) gelten für Regelgewinde M8×1,25 folgende Richtwerte: Klasse 4.6 = 9 Nm, Klasse 5.6 = 11 Nm, Klasse 8.8 = 24,6 Nm, Klasse 10.9 = 36 Nm, Klasse 12.9 = 43 Nm. Die Bandbreite von 9 bis 43 Nm zeigt, warum die Festigkeitsklasse vor dem Anziehen bekannt sein muss. Zum Vergleich mit Nachbargrößen: Anzugsmoment M6 und Anzugsmoment M10.

Tabelle: M8 nach Festigkeitsklasse

FestigkeitsklasseZugfestigkeitAnzugsmoment
4.6400 N/mm²9 Nm
5.6500 N/mm²11 Nm
8.8800 N/mm²24,6 Nm
10.91.000 N/mm²36 Nm
12.91.200 N/mm²43 Nm

Quelle: VDI 2230 · µ=0,14 · M8 Regelgewinde (M8×1,25) · Richtwerte für trockene oder leicht geölte Verschraubung.

Was die Festigkeitsklasse bedeutet

Die Zahlenkennzeichnung auf dem Schraubenkopf codiert Zugfestigkeit und Streckgrenze. Bei Klasse 8.8 steht die erste 8 für 800 N/mm² Zugfestigkeit. Die zweite 8 bedeutet, dass die Streckgrenze 80 % davon beträgt (640 N/mm²). Bei Klasse 10.9 ergibt sich daraus 1.000 N/mm² Zugfestigkeit und eine Streckgrenze von 900 N/mm². Beim Anziehen wird der Schaft auf einen definierten Anteil seiner Streckgrenze vorgespannt – deshalb folgt das Anzugsmoment direkt aus der Festigkeitsklasse. Klasse 8.8 ist der Standard im allgemeinen Maschinenbau, Klassen 10.9 und 12.9 kommen im Fahrzeugbau und bei hochbelasteten Verbindungen vor.

µ=0,14: Warum die Reibungszahl entscheidend ist

Derselbe M8-Bolzen der Klasse 8.8 benötigt je nach Schmierzustand unterschiedliche Anzugsmomente. µ=0,14 nach VDI 2230 beschreibt den Reibungskoeffizient für trockene bis leicht geölte Oberflächen von Schraube, Mutter und Auflagefläche. Wer Schrauben oder Gewinde mit Hochleistungsfett oder Molybdändisulfid (MoS₂) behandelt, senkt µ deutlich ab. Das bedeutet: Für dasselbe Vorspannniveau wäre ein niedrigeres Drehmoment nötig. Wird trotzdem mit dem Tabellenwert angezogen, überschreitet man die Streckgrenze. Für Verbindungen mit besonderen Schmierstoffen oder Gewindeklebern gilt daher immer die Herstellerangabe.

Regelgewinde M8×1,25 oder Feingewinde M8×1

Das M8-Gewinde gibt es als Regelgewinde (M8×1,25, Steigung 1,25 mm) und als Feingewinde (M8×1, Steigung 1,0 mm). Die Normwerte aus VDI 2230 in dieser Tabelle gelten ausschließlich für das Regelgewinde M8×1,25. Für Feingewinde M8×1 sind in den Referenzdaten keine eigenen Anzugsmomente hinterlegt. Wer ein Feingewinde verbaut, muss auf die Herstellerangabe oder eine spezifische Berechnung nach VDI 2230 mit den tatsächlichen Gewindeparametern zurückgreifen.

Wann gilt nur die Herstellerangabe?

VDI-2230-Richtwerte sind für den allgemeinen Maschinenbau bestimmt. An Kfz-Motoren, Zylinderkopfschrauben, Fahrwerkskomponenten, Lenkungsteilen und Hochdruckverbindungen schreibt der Hersteller eigene Anzugsmomente vor – diese haben immer Vorrang. Manche Verbindungen werden zusätzlich mit dem Drehwinkelverfahren (Streckgrenzanziehen) gefügt: Ein Referenzdrehmoment wird zunächst aufgebracht, danach folgt ein definierter Weiterdrehwinkel. In diesen Fällen ist der Richtwert aus der Tabelle oben nicht anwendbar.

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Für das präzise Anziehen von M8-Schrauben nach Normwert wird ein Drehmomentschlüssel mit einem Bereich von etwa 5 bis 50 Nm benötigt, der alle gängigen Festigkeitsklassen abdeckt.

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Häufige Fragen zu Anzugsmoment M8

Welches Anzugsmoment hat eine M8-Schraube der Klasse 8.8?
Eine M8-Schraube der Klasse 8.8 wird nach VDI 2230 mit 24,6 Nm angezogen (µ=0,14, Regelgewinde M8×1,25, trocken bis leicht geölt). Bei abweichenden Schmierbedingungen oder Herstellervorschriften gilt dieser Wert als Richtwert.
Was ist der Unterschied zwischen Klasse 8.8 und 10.9 bei M8?
Klasse 8.8 hat 800 N/mm² Zugfestigkeit und wird mit 24,6 Nm angezogen. Klasse 10.9 hat 1.000 N/mm² Zugfestigkeit und erfordert 36 Nm. Die höhere Festigkeitsklasse erlaubt eine größere Vorspannkraft und damit ein höheres Anzugsmoment.
Was bedeutet µ=0,14 beim Anzugsmoment?
µ=0,14 ist der Reibungskoeffizient nach VDI 2230 für trockene bis leicht geölte Verschraubungen. Wer Schrauben mit Hochleistungsfett oder Molybdändisulfid (MoS₂) behandelt, senkt µ deutlich ab. Das zulässige Anzugsmoment sinkt dann entsprechend, weil sonst die Streckgrenze der Schraube überschritten wird.
Gilt das Anzugsmoment auch für Feingewinde M8×1?
Nein. Die Tabellenwerte gelten für Regelgewinde M8×1,25. Für Feingewinde M8×1 sind keine eigenen Normwerte in diesen Referenzdaten hinterlegt. Für sicherheitsrelevante Verbindungen mit Feingewinde ist die Herstellerangabe zwingend einzuholen.
Woran erkenne ich eine M8-Schraube?
Eine M8-Schraube hat 8 mm Nenndurchmesser und eine Schlüsselweite von 13 mm (DIN 934). Das Regelgewinde hat eine Steigung von 1,25 mm. Die Festigkeitsklasse ist auf dem Schraubenkopf eingestanzt, zum Beispiel als 8.8 oder 10.9.
Wann darf ich nicht nach VDI-2230-Richtwerten anziehen?
An Kfz-Motoren, Zylinderkopfschrauben, Fahrwerkskomponenten und überall dort, wo Hersteller eigene Anzugswerte vorschreiben, gelten ausschließlich diese Herstellerangaben. VDI-2230-Richtwerte sind für den allgemeinen Maschinenbau bestimmt – nicht als Freigabe für sicherheitsrelevante Baugruppen.